HYROX Sled Push und Sled Pull: Technik, Fehler und Training
Beim Sled Push entscheidet die Technik: Körper in Schräglage, Rumpf fest, kurze und kräftige Schritte. Beim Sled Pull ziehst du mit Beinen und Körpergewicht, nicht nur mit den Armen. Hier findest du Gewichte, Regeln, typische Fehler und das passende Training.
Die Technik beim Sled Push lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Körper in Schräglage, Rumpf fest, kurze und kräftige Schritte, möglichst ohne den Schlitten zum Stehen zu bringen. Beim Sled Pull arbeitest du mit Beinen und Körpergewicht und ziehst das Seil Hand über Hand nach. Die Arme allein reichen nicht.
Die beiden Schlitten sind Station zwei und drei im Rennen und kommen direkt hintereinander, nur durch einen Kilometer Laufen getrennt. Wer hier überzieht, bezahlt auf den folgenden Laufrunden. In diesem Beitrag zeige ich dir Regeln, Technik, typische Fehler und das passende Training.
Distanz, Gewichte und Regeln
Beide Stationen gehen über 50 Meter, aufgeteilt in vier Bahnen von je 12,5 Metern. Laut offiziellem Regelwerk für die Saison 26/27 gelten im Einzel folgende Gewichte, jeweils inklusive Schlitten:
- Sled Push: Women 102 kg, Women Pro und Men 152 kg, Men Pro 202 kg
- Sled Pull: Women 78 kg, Women Pro und Men 103 kg, Men Pro 153 kg
Beim Schieben muss der Schlitten die Linie am Ende der Bahn vollständig überqueren, bevor du die Richtung wechselst. Beim Ziehen bleibst du in deinem markierten Bereich am Bahnende, der Racers Box. Du darfst die durchgezogene Linie nicht betreten, solange du das Seil hältst. Du musst stehen bleiben, Ziehen im Sitzen oder Knien ist nicht erlaubt. Das Seil muss in deiner Bahn bleiben.
Der erste Verstoß führt zu einer Verwarnung, jeder weitere zu 15 Sekunden Zeitstrafe. Wichtig für die Planung: Die Zahlen sagen wenig darüber, wie schwer sich der Schlitten anfühlt. Teppich und Halle unterscheiden sich von Event zu Event, und im Studio rutscht der Schlitten oft anders als im Wettkampf.
Sled Push: Technik Schritt für Schritt
- Griff und Arme: Hände an die Stangen, etwa auf Brust- bis Schulterhöhe. Du kannst mit gestreckten Armen schieben oder mit gebeugten Armen und den Schultern nah an den Stangen. Die gebeugte Variante bringt dich tiefer, kostet aber mehr Kraft in Armen und Schultern. Teste beide im Training.
- Körperwinkel: Kopf, Rücken und hinteres Bein bilden eine Linie, ungefähr im 45-Grad-Winkel zum Boden. Die Hüfte bleibt tief, der Rücken gerade.
- Rumpf: Spannung im Bauch, damit die Kraft der Beine am Schlitten ankommt und nicht im Rücken verpufft.
- Schritte: kurz, schnell und über den Vorfuß. Lange Schritte bremsen, weil du bei jedem Schritt Druck verlierst.
- Rhythmus: Den Schlitten in Bewegung zu halten ist leichter, als ihn jedes Mal neu anzuschieben. Wenn du Pausen brauchst, dann kurz und geplant, zum Beispiel an der Wende.
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Sled Pull: Technik am Seil
Beim Ziehen gibt es zwei gängige Varianten. Welche besser passt, hängt von deiner Kraft, deinem Körpergewicht und dem Untergrund ab.
- Ziehen aus dem Stand: Füße etwa schulterbreit, Knie gebeugt, Hüfte tief, Oberkörper leicht nach hinten gelehnt. Du ziehst Hand über Hand und nutzt bei jedem Zug die Streckung von Hüfte und Beinen.
- Ziehen mit Rückwärtsschritten: Du greifst das Seil mit gestreckten Armen, lehnst dich zurück und gehst innerhalb der Box rückwärts. An der hinteren Linie gehst du wieder nach vorne, greifst nach und wiederholst das Ganze. Hier arbeiten vor allem die Beine.

In beiden Fällen gilt: Lege das Seil neben oder hinter dich ab, nicht vor die Füße. Wer über sein eigenes Seil stolpert, verliert Zeit und riskiert einen Regelverstoß. Magnesia ist an dieser Station erlaubt, allerdings nur das vom Veranstalter bereitgestellte.
Die häufigsten Fehler
- Zu aufrecht schieben: Wer fast senkrecht steht, drückt nach unten statt nach vorne.
- Runder Rücken: kostet Kraftübertragung und belastet den unteren Rücken unnötig.
- Zu schnell starten: Die ersten 12,5 Meter fühlen sich leicht an. Wer dort sprintet, steht auf der dritten Bahn.
- Nur mit den Armen ziehen: Bizeps und Unterarme ermüden schnell. Die großen Muskeln sitzen in Beinen und Gesäß.
- Linien übersehen: Beim Ziehen aus der Box zu treten ist einer der typischen Gründe für Verwarnungen.
- Nur auf glattem Boden trainieren: Dann überrascht dich der Widerstand auf dem Wettkampfteppich.
Training: Beinkraft und Schlittenarbeit
Die Schlitten sind zuerst eine Kraftaufgabe. Wer bei Kniebeuge und Ausfallschritt stark ist, hat am Schlitten Reserven. Diese Bausteine gehören in den Plan:
- Beinkraft: Kniebeuge, Split-Kniebeuge, Ausfallschritte und Step-ups mit schwerem Gewicht und wenigen Wiederholungen.
- Hintere Kette: Kreuzheben, rumänisches Kreuzheben und Hüftheben für Gesäß und Beinrückseite.
- Zugkraft und Griff: Rudern, Klimmzüge und Tragen schwerer Lasten.
- Schwere Schlitten: kurze Strecken mit mehr als Wettkampfgewicht und langen Pausen, für Kraft und Technik unter Last.
- Wettkampfnahe Schlitten: Wettkampfgewicht über 12,5 oder 25 Meter, danach direkt laufen.
Der letzte Punkt wird oft unterschätzt. Eine Untersuchung bei einem offiziellen Rennen der Pro-Männer zeigte, dass das Lauftempo über die acht Laufabschnitte kontinuierlich sinkt. Laufen mit schweren Beinen musst du deshalb üben. Steigere Gewicht und Umfang schrittweise nach dem Prinzip Progressive Overload. Wenn du Knie- oder Rückenbeschwerden hast, lass sie ärztlich abklären, bevor du schwere Schlitten schiebst.
So bereite ich dich auf die Schlitten vor
Ich bin selbst HYROX-Finisher mit einer Zeit unter 60 Minuten und betreue als Coach Athletinnen und Athleten aus Stuttgart und Umgebung. In der Vorbereitung schaue ich mir zuerst an, wo du Zeit verlierst: fehlt Kraft, passt die Technik nicht oder gehst du zu schnell an?
Im Personal Training arbeiten wir 1:1 an Körperwinkel, Schrittlänge und Seilhandling. In den Kursen im Loft42 in Stuttgart-West trainierst du die Schlitten in der Gruppe, skaliert auf dein Level. Dazu bekommst du einen Plan für die Renneinteilung: mit welchem Tempo du in die Schlitten läufst, wo du Pausen setzt und wie du danach wieder in deinen Laufrhythmus findest.
Häufige Fragen zu Sled Push und Sled Pull
Laut Regelwerk der Saison 26/27 wiegt der Schlitten beim Schieben 102 kg bei den Women, 152 kg bei Women Pro und Men und 202 kg bei Men Pro. Beim Ziehen sind es 78, 103 und 153 kg. Alle Angaben verstehen sich inklusive Schlitten.
Beides ist erlaubt und beides funktioniert. Gestreckte Arme sparen Kraft im Oberkörper, gebeugte Arme bringen dich tiefer und näher an den Schlitten. Probiere im Training aus, womit du den Schlitten gleichmäßiger in Bewegung hältst.
Ja, solange du innerhalb deiner Racers Box bleibst und die Linien nicht betrittst, während du das Seil hältst. Du musst dabei stehen. Ziehen im Sitzen oder Knien ist nicht erlaubt.
Mit schwerem Beintraining: Kniebeugen, Ausfallschritte, Step-ups und Beinpresse. Das ersetzt die Technik am Schlitten nicht, baut aber die nötige Kraft auf. Für das Ziehen helfen Ruderübungen und Kreuzheben.
Für die meisten reicht als Richtwert eine Schlitteneinheit pro Woche, ergänzt durch ein bis zwei Krafteinheiten für die Beine. Näher am Wettkampf wird das Training spezifischer, mit Wettkampfgewicht und anschließendem Laufen.
Quellen
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung. Bei akuten oder unklaren Beschwerden lass die Ursache bitte medizinisch abklären.
Dennis Bobinski ist Personal Trainer in Stuttgart. Er arbeitet seit 2010 als Trainer und ist ausgebildeter Sport- und Gymnastiklehrer, Sporttherapeut und Ernährungsberater. Er ist Gründer des Studios Loft42 in Stuttgart-West und des Outdoor-Workouts Urban Move in Stuttgart.
- Ausgebildeter Sport- und Gymnastiklehrer
- Sporttherapeut
- Ernährungsberater
- YPSI Personal Training A-Lizenz + Hautfaltenmessung (Wolfgang Unsöld)
- Bachelor of Science, Angewandte Psychologie
Schwerpunkte: Personal Training, Krafttraining, Trainingsplanung, HYROX, Ausdauertraining, Sporttherapie, Mobility, Regeneration, Ernährungsberatung
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