Trainingslehre

Wie oft pro Woche trainieren? Die richtige Trainingsfrequenz für dein Ziel

Dennis Bobinski
Von · Personal Trainer, Sporttherapeut & Ernährungsberater
Aktualisiert: 5 Min. Lesezeit

Für die meisten sind zwei bis vier Trainingseinheiten pro Woche der richtige Rahmen. Für die Gesundheit empfiehlt die WHO Krafttraining an mindestens zwei Tagen und 150 bis 300 Minuten moderate Ausdauer. Entscheidend ist die Frequenz, die du dauerhaft durchhältst und von der du dich erholst.

Trainingsraum des Loft42 mit Pflanzen in der Übersicht

Wie oft du pro Woche trainieren solltest, hängt von deinem Ziel, deiner Erfahrung und deiner Erholung ab. Für die meisten Berufstätigen sind zwei bis vier Einheiten pro Woche der richtige Rahmen. Einsteiger machen mit zwei bis drei Ganzkörpereinheiten sehr gute Fortschritte.

Als Basis für die Gesundheit empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation Erwachsenen muskelkräftigende Aktivität an mindestens zwei Tagen pro Woche und dazu 150 bis 300 Minuten moderate oder 75 bis 150 Minuten intensive Ausdauerbelastung. Alles Weitere richtet sich nach deinem Ziel.

Trainingsfrequenz: Was der Begriff bedeutet

Trainingsfrequenz meint zwei Dinge. Erstens die Zahl der Einheiten pro Woche. Zweitens, wie oft du eine einzelne Muskelgruppe in dieser Zeit belastest. Wer viermal pro Woche ins Studio geht und jedes Mal einen anderen Körperteil trainiert, hat pro Muskel eine Frequenz von eins.

Neben der Frequenz bestimmen Umfang und Intensität die Gesamtbelastung. Die drei Größen hängen zusammen. Wer häufiger trainiert, muss die einzelne Einheit nicht so lang machen. Wer selten trainiert, muss in der Einheit mehr unterbringen.

Ein Beispiel: Drei Einheiten mit je 45 Minuten und eine einzige Einheit mit gut zwei Stunden ergeben auf dem Papier denselben Umfang. In der Praxis lässt die Qualität gegen Ende einer sehr langen Einheit deutlich nach. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf die Verteilung.

Richtwerte nach Ziel

  • Gesundheit und Fitness: zwei Krafteinheiten pro Woche plus regelmäßige Ausdauer und Alltagsbewegung. Das entspricht den Empfehlungen der WHO.
  • Muskelaufbau: zwei bis vier Krafteinheiten, in denen jede große Muskelgruppe möglichst zweimal pro Woche belastet wird.
  • Abnehmen: zwei bis drei Krafteinheiten, damit die Muskulatur erhalten bleibt, dazu viel Bewegung im Alltag. Den größten Hebel hat hier die Ernährung.
  • Ausdauer und Wettkampf: drei bis fünf Einheiten, überwiegend locker, mit ein bis zwei intensiven Einheiten und begleitendem Krafttraining.

Das sind Richtwerte. Auch eine Einheit pro Woche ist besser als keine. Die WHO betont ausdrücklich, dass jede Bewegung zählt und mehr Bewegung zusätzlichen Nutzen bringt.

Umfang schlägt Frequenz

Viele glauben, häufigeres Training sei automatisch besser. Die Datenlage ist differenzierter. Eine Meta-Analyse zur Trainingsfrequenz und Kraftentwicklung kam zu dem Ergebnis, dass es keinen bedeutsamen Unterschied zwischen niedriger und hoher Frequenz gibt, wenn der wöchentliche Trainingsumfang gleich ist.

Eine höhere Frequenz ist also vor allem ein Werkzeug. Sie hilft dir, mehr Umfang in guter Qualität unterzubringen. Zwölf Sätze für die Beine sind auf zwei Tage verteilt meist sauberer als in einer einzigen, sehr langen Einheit.

Für dich heißt das: Frag dich zuerst, wie viel Training du pro Woche brauchst und verträgst. Danach entscheidest du, auf wie viele Tage du es verteilst.

Dein nächster Schritt

Finde dein
passendes Coaching

Beantworte ein paar kurze Fragen und du bekommst eine persönliche Empfehlung von Dennis.

Ganzkörpertraining oder Split?

Die Wahl folgt aus der Zahl deiner Trainingstage:

  • Zwei bis drei Tage: Ganzkörpertraining. Jede Einheit enthält Übungen für Beine, Drücken, Ziehen und Rumpf. So wird jede Muskelgruppe mehrmals pro Woche belastet, und eine ausgefallene Einheit wirft den Plan nicht um.
  • Vier Tage: Ein Split in Oberkörper und Unterkörper, jeweils zweimal pro Woche, funktioniert gut.
  • Fünf bis sechs Tage: Feinere Aufteilungen sind möglich, lohnen sich aber erst für Fortgeschrittene mit guter Erholung.

Ein Split mit einem Körperteil pro Tag ist für Einsteiger selten sinnvoll. Wer dann eine Einheit verpasst, trainiert die betroffene Muskelgruppe zwei Wochen lang nicht.

Regeneration: Wann mehr zu viel ist

Fortschritt entsteht in der Erholung. Das Training setzt den Reiz, die Anpassung passiert danach. Als grobe Orientierung sollten zwischen zwei intensiven Belastungen derselben Muskelgruppe etwa 48 Stunden liegen.

Wie viel du verträgst, hängt stark von deinem Alltag ab. Schlaf, Stress im Beruf und Ernährung entscheiden mit. Achte auf diese Zeichen:

  • Deine Leistung stagniert oder sinkt über mehrere Wochen.
  • Du schläfst schlechter und bist dauerhaft müde.
  • Muskelkater und Gelenkbeschwerden klingen kaum noch ab.
  • Du hast keine Lust mehr auf Training, obwohl es dir sonst Spaß macht.

Dann hilft meist eine leichtere Woche. Ein geplanter Deload alle paar Wochen ist kein Rückschritt. Er ist Teil eines guten Plans. Bei anhaltender Erschöpfung oder Schmerzen solltest du das ärztlich abklären lassen.

So plane ich deine Trainingswoche

Ich fange nicht beim idealen Plan an. Ich fange bei deinem Kalender an. Im Erstgespräch klären wir, wie viele Tage du realistisch trainieren kannst. Nicht in einer perfekten Woche, sondern in einer normalen, mit Terminen, Familie und schlechtem Schlaf.

Bei meinen Kundinnen und Kunden in Stuttgart sehe ich häufig, dass Menschen mit fünf Einheiten starten und nach wenigen Wochen bei null landen. Drei Einheiten, die du ein Jahr lang durchziehst, bringen dich weiter. Deshalb plane ich lieber vorsichtig und steigere dann.

Im Personal Training in Stuttgart trainieren wir mindestens einmal pro Woche zusammen. Für die anderen Tage bekommst du einen Trainingsplan, der zu deinem Ziel passt, und ich bin zwischen den Einheiten für Fragen erreichbar. Fortschritt halte ich in Zahlen fest. So sehen wir, ob die Frequenz passt oder ob wir nachjustieren müssen.

Die Steigerung läuft dann über Progressive Overload: erst mehr Wiederholungen oder Gewicht in den vorhandenen Einheiten, später bei Bedarf ein zusätzlicher Trainingstag. Eine weitere Einheit kommt erst dazu, wenn du dich von den bisherigen gut erholst.

Dabei schaue ich immer auf alle vier Säulen: Training, Ernährung, Schlaf und Regeneration. Fehlt eine davon, hilft auch eine zusätzliche Einheit nicht.

Häufige Fragen zur Trainingsfrequenz

Zwei bis drei Ganzkörpereinheiten pro Woche mit mindestens einem Tag Pause dazwischen sind für den Einstieg ideal. So lernst du die Übungen häufig genug und hast ausreichend Zeit zur Erholung. Wichtiger als die Zahl ist, dass du über Monate dabeibleibst.

Ja. Zwei gut geplante Krafteinheiten pro Woche entsprechen der Mindestempfehlung der WHO und bringen vor allem Einsteigern deutliche Fortschritte. Ergänze sie durch Ausdauer und Bewegung im Alltag.

Tägliche Bewegung ist sinnvoll, tägliches hartes Training für die meisten nicht. Wenn du jeden Tag aktiv sein willst, wechsle zwischen intensiven Einheiten, lockerer Ausdauer und Mobility. Plane Erholung bewusst ein.

Für die meisten sind ein bis drei Tage ohne intensives Training pro Woche sinnvoll. An diesen Tagen darfst du dich bewegen, zum Beispiel spazieren gehen. Wie viele Pausen du brauchst, hängt von Schlaf, Stress und Trainingsstand ab.

Bei bis zu drei Einheiten pro Woche ist Ganzkörpertraining meist die bessere Wahl. Ab vier Einheiten bietet sich ein Split in Oberkörper und Unterkörper an. Entscheidend ist, dass jede Muskelgruppe regelmäßig belastet wird.

Quellen

  1. WHO (2020): World Health Organization 2020 guidelines on physical activity and sedentary behaviour, British Journal of Sports Medicine
  2. Ralston et al. (2018): Weekly Training Frequency Effects on Strength Gain: A Meta-Analysis, Sports Medicine - Open

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung. Bei akuten oder unklaren Beschwerden lass die Ursache bitte medizinisch abklären.

Über den Autor
Dennis Bobinski
Dennis Bobinski
Personal Trainer, Sporttherapeut & Ernährungsberater

Dennis Bobinski ist Personal Trainer in Stuttgart. Er arbeitet seit 2010 als Trainer und ist ausgebildeter Sport- und Gymnastiklehrer, Sporttherapeut und Ernährungsberater. Er ist Gründer des Studios Loft42 in Stuttgart-West und des Outdoor-Workouts Urban Move in Stuttgart.

  • Ausgebildeter Sport- und Gymnastiklehrer
  • Sporttherapeut
  • Ernährungsberater
  • YPSI Personal Training A-Lizenz + Hautfaltenmessung (Wolfgang Unsöld)
  • Bachelor of Science, Angewandte Psychologie

Schwerpunkte: Personal Training, Krafttraining, Trainingsplanung, HYROX, Ausdauertraining, Sporttherapie, Mobility, Regeneration, Ernährungsberatung

Mehr über Dennis Bobinski

Das könnte dich auch interessieren

Alle Beiträge
Kontakt

Sag mir, wohindie Reise geht

Erzähl mir von deinen Zielen — ich melde mich mit den nächsten
Schritten bei dir.